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Journal Schweiz Arch Tierheilkd  
Verlag GST  
Heft Band 161, Heft 10,
Oktober 2019
 
Thema Zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Adrian Steiner  
ISSN (print) 0036-7281  
ISSN (online) 1664-2848  
online seit 01 Oktober 2019  
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Vet-Info

Gesunde Klauen – das Fundament für die Zukunft

Ziel dieses Ressourcenprojektes ist es, die Klauengesundheit der Schweizer Rinder langfristig zu verbessern. Dazu sollen insgesamt 100 Schweizer ­Klauenpfleger mit Tierhaltern schweizweit während der Projektdauer gewonnen werden. Wir würden uns über Ihre Mitarbeit sehr freuen. Als Bestands­tierarzt/-tierärztin (BTA) sind Sie ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des Projekts, da Sie Ihre eigene Kundschaft aus der Praxis betreuen.

Lahmheiten sind, nach Eutergesundheits- und Fruchtbarkeitsproblemen, die dritthäufigste Abgangsursache beim Schweizer Milchvieh. Dabei ist die Lahmheitsursache in 90% der Fälle auf Klauenerkrankungen zurückzuführen. Durch den Einsatz von Tierarzneimitteln, Antibiotika und schwermetallhaltigen Klauenbadlösungen bei der Behandlung von Klauenerkrankungen erhöht sich das Risiko für Medikamenten-Rückstände in der Milch und/oder dem Fleisch, der Resistenzentwicklung bzw. der Umweltbelastung mit Schadstoffen und Schwermetallen.

Die Risikofaktoren für Lahmheit und Klauenerkrankungen in der Schweiz sind bekannt. Mangels aktuellen Klauengesundheitsdaten fehlen jedoch Schweiz-spezifische Kennzahlen. Die Einführung von betriebsspezifischen Massnahmen zur Reduktion von Risikofaktoren und von Behandlungsempfehlungen im Rahmen von Klauengesundheitskonzepten, die auf Kennzahlen und der Analyse von Gesundheitsdaten basieren, ist somit aktuell unmöglich.

Das Ressourcenprojekt «Gesunde Klauen – das Fundament für die Zukunft» wird über 6 Jahre durch das BLW finanziert und durch verschiedene landwirtschaftliche und tierärztliche Organisationen (z.B. SVW und GST) finanziell unterstützt. Ein wichtiger Bestandteil des ­Projektes ist die systematische und elektronische Daten­erfassung von Klauengesundheitsbefunden durch Klauenpfleger während der 1–2 Mal jährlichen Routineklauenpflege. Diese Daten dienen der Erarbeitung und Auswertung von Kennzahlen und Klauengesundheitsprogrammen und zur Förderung der integrierten Bestandesbetreuung wie auch der Entwicklung von Zuchtwerten für die Klauengesundheit.

Als BTA haben Sie durch die Teilnahme am Projekt die Gelegenheit, die erhobenen Daten und die gewonnenen Erkenntnisse für die Bestandesbetreuung (BB) und Bestandesdiagnostik Ihrer eigenen Betriebe anzuwenden. MitarbeiterInnen des RGD und der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern unterstützen Sie dabei. Sie werden Fortbildungen zum Thema Klauengesundheit/Betreuung von Problembetrieben besuchen können, in denen Sie über den Stand des Projekts informiert und Ihnen auch die erarbeiteten Klauengesundheitskonzepte vorgestellt werden, die Sie in der Praxis anwenden können. Ausserdem können Sie vom Erfahrungsaustausch mit denen am Projekt beteiligten Kolleginnen und Kollegen profitieren. Die Betriebsbesuche der Problembetriebe werden durch das Projekt entgeltet und finden einmal pro Jahr statt, nachdem Sie zusammen mit dem RGD/Bestandsmediziner den Betrieb zuvor gemeinsam besucht haben.

Die Beratung, Betreuung und Information aller Teilnehmenden erhöht ihr Wissen zum Thema Klauengesundheit und sensibilisiert sie in Bezug auf die Wichtigkeit gesunder Klauen. Die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen Klauenpflegern, Tierhaltern, Tierärzten und anderen Beteiligten werden durch dieses Projekt gefördert. Ziel ist es diese Synergien zu nutzen um die Klauengesundheit zu verbessern und somit das Tierwohl, die Wirtschaftlichkeit und die Langlebigkeit der Tiere zu steigern.

Nähere Informationen finden Sie unter www.rgd.ch. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zur Verfügung: klaue@vetsuisse.unibe.ch.

Maria Welham Ruiters, Dr med. vet, Rindergesundheitsdienst Sektion Bern

Bild: Vetsuisse Fakultät, Universität Bern
 
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