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Journal Schweiz Arch Tierheilkd  
Verlag GST  
Heft Band 160, Heft 3,
März 2018
 
ISSN (print) 0036-7281  
ISSN (online) 1664-2848  
online seit 01 März 2018  
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Wissenschaft | Science

Tularämie nach Angriff eines Mäusebussards auf eine Joggerin: Ein „One Health“-Fallbericht

F. Ehrensperger1, L. Riederer2, A. Friedl3
1Institut für Veterinärpathologie, Vetsuisse-Fakultät, Universität Zürich, 2Tierärztliche Praxis, Eschenbach LU, 3Infektiologie und Spitalhygiene, Kantonsspital Baden

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Abstracts: English - Deutsch

English

Tularemia in a jogger woman after the attack by a common buzzard (Buteo buteo): A "One Health" case report

A female jogger was attacked by a common buzzard (Buteo buteo) and was scratched lightly at the back of the head. One week later she was taken ill with high fever and headache which was later diagnosed as ulcero-glandular tularemia in regional lymph nodes, caused by Francisella tularensis. Recovery was only achieved after several weeks of systemic antibiotic treatment (Gentamicin/ Ciprofloxacine). Tularemia is a well known zoonotic disease, called „rabbit fever“, mainly affecting rabbits and hares, but also small rodents. Human infection occurs often following tick bites or bloodsucking insects, or in hunters or slaughterers handling infected animals. Bites by mice have also been reported as a cause of tularemia. For the first time we report this case of tularemia as a result of an attack by a bird of prey. We assume that the bird acted as a vector just carrying the F. tularensis on its claws or beak, but we cannot exclude an infection of the bird itself. Several other joggers had also been attacked by a common buzzard in the same area shortly after the above described event and one of these also became infected with F. tularensis.

Keywords: Zoonotic disease, human tularemia, lymphadenopathy, Francisella tularensis, common bussard (Buteo buteo)

Deutsch

Tularämie nach Angriff eines Mäusebussards auf eine Joggerin: Ein „One Health“-Fallbericht

Eine Joggerin erkrankt nach einem Angriff durch einen Mäusebussard (Buteo buteo) an einer bakteriellen Infektion mit Francisella tularensis. Initial bestand nur eine minimale Kratzverletzung, daraus entwickelte sich eine fieberhafte Allgemeinerkrankung mit Kopfschmerzen und später entwickelte sich eine Lymphadenopathie, die als ulceroglanduläre Tularämie in den regionalen Lymphknoten diagnostiziert wurde. Diese heilte erst nach intensiver mehrwöchiger Behandlung mit Antibiotika (Gentamicin/Ciprofloxacin) ab. F. tularensis ist zoonotisch und v.a. bei Hasen, Kaninchen und kleinen Nagetieren als Erreger der sog. „Hasenpest“ bekannt. Menschliche Infektionen entstehen meist nach Zeckenstich, durch blutsaugende Insekten, oder durch kleine Verletzungen beim Hantieren mit infizierten Tierkörpern (Metzger, Jäger). Auch Bisse von infizierten Mäusen können eine Infektion auslösen. Dass auch von aggressiven Greifvögeln eine Infektionsgefahr ausgeht, wurde bisher noch nie berichtet. Im vorliegenden Fall könnte eine Kontamination der Krallen oder des Schnabels durch Bakterien eines geschlagenen Beutetieres vorgelegen haben. Allerdings ist auch eine Infektion des Vogels nicht auszuschliessen, zumal in der gleichen Gegend einige Tage nach dem hier beschrieben Vorfall weitere Jogger angegriffen wurden, und bei einem der Opfer trat ebenfalls eine Tularämie auf.

Schlüsselwörter: Zoonose, Tularämie beim Menschen, Lymphadenopathie, Francisella tularensis, Mäusebussard (Buteo buteo)

 
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